
Kanu-Center
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Wer an Lübeck denkt, hat meist das Holstentor, die sieben Türme oder die verwinkelten Gänge vor Augen. Was oft vergessen wird, ist Lübecks wahres Lebenselixier: das Wasser. Ohne die Trave als wichtigen Handelsweg wäre die Stadt nie zur Königin der Hanse geworden. Über Jahrhunderte war sie Lübecks Verbindung zur Welt und prägt bis heute das Bild der Altstadtinsel, die vollständig von Wasser umschlossen wird.
Wer Lübeck wirklich kennenlernen möchte, begibt sich also am besten selbst aufs Wasser. Genau dafür ist das Kanu-Center die richtige Anlaufstelle. Für die ZWISCHENZEILEN LÜBECK treffen wir uns heute mit Jan-Ole und Tim-Eike Krebs, die das Kanu-Center bereits in zweiter Generation führen. Seit über 40 Jahren begeistert Familie Krebs Einheimische und Gäste für Lübecks Wasserwege und zeigt, wie vielseitig Lübeck vom Kanu aus sein kann.

Zwischen Trave und Wakenitz
Die Mietstation Kanuhafen Lübeck liegt zwischen zwei Gewässern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite die Trave mit maritimem Flair und Blick auf die Altstadt; auf der anderen die Wakenitz, auch als „Amazonas des Nordens“ bekannt, mit ruhigen Uferlandschaften und viel Natur. Von hier aus starten Touren auf den beiden Gewässern. Heute entscheiden wir uns für einen Klassiker: einmal mit dem Kanu rund um die Lübecker Altstadt.
Bevor es losgeht, statten uns Ole und Eike mit Schwimmwesten, Paddeln und einer Gepäcktonne für unsere Wertsachen aus. Nach einer kurzen Einweisung im Kanu-Center erfahren wir noch, wer im Boot das Sagen hat: Gesteuert wird von hinten.
Dann schieben wir das Boot ins Wasser.


einfach mal treiben lassen
Schon nach den ersten Paddelschlägen fühlt sich alles ein bisschen entspannter an. Möwen kreisen über der Trave und das Boot zieht gemächlich seine Bahn, begleitet vom plätschernden Eintauchen der Paddel. Immer wieder winken Spaziergänger vom Ufer. Lübeck scheint plötzlich einen Gang runterzuschalten.
Wir paddeln vorbei am Dom, dessen Türme über den Baumwipfeln auftauchen, durch den idyllischen Stadtgraben bis zum Malerwinkel. Dann passieren wir die berühmte Straße im Stecknitzfahrerviertel direkt an der Obertrave, wo frische Wäsche direkt am Ufer im Wind flattert. Wenig später spiegeln sich die historischen Salzspeicher in der Trave und im Museumshafen liegen die traditionellen Schiffe zum Greifen nah. Zum Ende der Tour wartet noch Eikes Lieblingsabschnitt: der Hafenbereich. Hier frischt der Wind etwas auf und die Wellen werden lebendiger. Unterwegs eröffnen sich immer wieder neue Blickwinkel auf Lübeck. Genau das macht die Tour so besonders.



Das Beste: Alles läuft ganz entspannt und im eigenen Tempo. Für die fünf Kilometer sind drei Stunden Zeit eingeplant – mehr als genug Zeit für eine wohlverdiente Pause. Wer mag, legt an der Dankwartsbrücke einen Zwischenstopp ein, setzt sich mit Blick aufs Wasser auf die Wiese oder holt sich am Drehbrückenplatz ein knuspriges Fischbrötchen und genießt es direkt auf den Stufen an der Trave.
Du hast jetzt auch Lust bekommen? Hier geht’s direkt zur Buchung der Altstadtrunde im Kanu-Center:
am wasser zuhause
Für Ole ist Kanufahren weit mehr als Bewegung auf dem Wasser. „Vorher hat man vielleicht noch den Kopf voller Termine und To-do-Listen. Doch sobald man im Boot sitzt, das Wasser spürt und das Paddel in der Hand hält, wird man automatisch achtsamer.“ Einer von Oles persönlichen Favoriten ist übrigens die Premiumtour auf der Wakenitz. Anders als bei einer Rundtour paddelt man hier nur in eine Richtung und kann die Landschaft ganz entspannt vorbeiziehen lassen.
Schon schön.
Ein Satz, den Ole sich nach eigenen Worten trotz unzähliger Touren jedes Mal wieder denkt.
Als Kinder waren Ole und Eike längst nicht so begeistert vom Kanufahren wie heute. Denn früher bedeutete das Thema Kanu für die beiden Brüder vor allem eins: anpacken. Boote vorbereiten, Einweisungen geben und mithelfen – Kanufahren war damals weniger Hobby als Familienalltag. Erst später erwuchs daraus auch die Begeisterung für das Paddeln selbst.
Und so entwickeln sie heute mit ganz viel Herzblut das Unternehmen bereits in zweiter Generation weiter. Daraus ist einer der größten Kanubetriebe Norddeutschlands geworden.


alles im fluss
Ob Familien, Schulklassen, Freundesgruppen oder Einzelpaddler – die Touren können individuell auf die Gäste abgestimmt werden. Entscheidend für eine gute Zeit auf dem Wasser ist dabei nicht die Kanu-Erfahrung, sondern die passende Tour. Deshalb nimmt sich das Team gerne Zeit für eine individuelle Einschätzung. Die Altstadtrunde eignet sich beispielsweise hervorragend für Einsteiger, während Naturfans auf der Wakenitz oder bei mehrtägigen Wasserwanderungen voll auf ihre Kosten kommen. Bis zu 100 Kilometer lassen sich auf den miteinander verbundenen Gewässern paddeln – mit Übernachtungen entlang der Strecke.
Dabei geht es der Familie Krebs um weit mehr als den Bootsverleih im Kanu-Center. Nachhaltigkeit und die Wertschätzung für die Natur gehören seit Jahrzehnten zur Unternehmensphilosophie. Von der energieautarken Mietstation bis hin zu regelmäßigen Müllsammelaktionen rund um den Kanuhafen – viele kleine Maßnahmen sorgen dafür, dass die Natur möglichst so erhalten bleibt, wie wir alle sie erleben möchten.
Wer aufs Wasser geht, soll nicht nur eine schöne Zeit haben, sondern auch verstehen, warum diese einzigartige Landschaft so schützenswert ist.


öffnungszeiten
- Täglich geöffnet vom 20. April bis 4. Oktober 2026
- Ganzjährig online in Echtzeit buchbar im Kanu-Center
- April bis Oktober auch spontan vor Ort möglich
- 9 bis 18 Uhr
- An Tagen ohne Buchung ist bei Schietwetter geschlossen
Unser Tipp
Lust auf einen Sundowner auf dem Wasser? Kein Problem! Je nach Verfügbarkeit kannst du am Kanuhafen ganz unkompliziert starten. Nach der Tour gibst du Boot und Ausrüstung einfach über die vorbereitete Rückgabebox zurück.
