To be honest, beer isn't really my thing. It might be because my father's generation mostly drank Astra. However, I became curious after a dinner in Oslo where, instead of imported wines, they served locally brewed beers. Besides, brewing played an important role in Lübeck for centuries.
So habe ich mich für ein Bier-Tasting für die Lübeck ZWISCHENZEILEN ins Werftquartier in der Einsiedelstraße 6 aufgemacht, wo seit April 2022 die Sudden Death Brewing Company in der Halle 48 ansässig ist. Ein spannender neuer oder besser gesagt wiederentstehender Stadtteil Lübecks, den wir zum Schleswig-Holstein Musik Festival letztes Jahr für einen Blogbeitrag bereits einmal besucht haben. Du erreichst das Werftquartier übrigens am besten per Fahrrad, E-Scooter, mit dem PKW oder der Buslinie 8 des Lübecker Stadtverkehrs.
Beer for everyone
In the late Middle Ages and early modern period, beer was less of a beverage for enjoyment and more of a staple food, consumed with meals. It came in a wide variety of styles, from strong beer to children's beer. It was (usually) healthier than water because the boiling of the wort made beer largely germ-free. Its high calorie content also made beer an important supplement to often meager diets, as even low-quality grain could be made somewhat palatable in beer form.
Until the invention of modern refrigeration methods, bottom-fermented beers could only be brewed in winter or where refrigeration was available. Monasteries also played an important role in beer production during the Middle Ages: monks were not only considered gifted brewers, but they also enjoyed drinking beer.

Brewing in Lübeck
During the Middle Ages and the early modern period, Lübeck boasted approximately 180 breweries, where the entire brewing process took place, from malting the grain to bottling the beer in barrels. Lübeck's city brewers were permitted to brew weekly. Export brewers, however, faced no such restrictions. They primarily exported their beer to their northern neighbors in Denmark, Sweden, Norway, and Scania. Deliveries also reached Holland, Flanders, and England, and later even South India. After the long-distance merchants, Lübeck's brewers were arguably the most successful and wealthiest occupational group in early modern Lübeck. Even today, prominent locations and buildings associated with brewing can be identified throughout the cityscape, such as those on Wahmstraße.

Two craft beer brewers with a sense of humor
Bierbrauen ist in Lübeck also eine jahrhundertealte Tradition, an die Oliver Schmökel und Eric Nagel im Werftquartier anknüpfen. Diese beiden Männer stehen mit ihren Ideen und ihrer Leidenschaft hinter dem Unternehmen Sudden Death Brewing Company – kurz SDBC. Männer mit Humor. Das wird schon deutlich, wenn sie erklären, was es mit dem „Plötzlichen Tod“ auf sich hat. Es ist nämlich mitnichten so, dass ein Gast nach dem Genuss eines ihrer Biere tot umfällt. Nein, Sudden Death steht im Eishockey für die Spielentscheidung durch das erste gefallene Tor in einer Spielverlängerung, einer der spannendsten Momente überhaupt wie Olli und Eric finden. Und spannend war definitiv auch die Geschichte, die zur Gründung des Unternehmens führte.
Die beiden waren „Gypsy Brauer“, die auf der Suche nach einer Partnerbrauerei auf das Brauhaus Klüvers in Neustadt stießen. Je 1.000 Liter eines Stouts und eines Pale Ale ließen sie dort brauen und vertrieben es persönlich auf kilometerlangen Touren quer durch ganz Deutschland.
Parallel begannen sie, sich nach einem geeigneten Ort für eine eigene Brauanlage umzusehen. Die Suche endete mit dem Angebot von Thilo Gollan, die Halle 48 im Werftquartier zu übernehmen. Seit Januar 2022 sind die Gründer mit ihrem internationalen Team von bereits 20 Mitarbeiter:innen vor Ort. Neben der Brauerei wurde in und vor der Halle ein großzügiger Gastrobereich geschaffen, wo neben den Bieren Pizza als kulinarisches Special serviert wird. Geöffnet ist die Sudden Death Brewing Company von Mittwoch bis Sonntag.
The brewery is enjoying growing popularity among a wide variety of guests. It's precisely this diversity that the people at SDBC appreciate so much: everyone is welcome here, regardless of where they come from, their age, or what they wear. The focus is on the love of drinking and discovering beer. The relaxed atmosphere among the team contributes to making guests feel instantly at ease.

Brewery tour
Olli und Eric verfügen über ein umfangreiches Fachwissen, das sie während einer Führung durch die riesige Halle gern teilen. Sie erläutern Details zum Brauvorgang, lassen mich die Brauanlage inspizieren, zeigen mir die Funktionsweise der Abfüllanlage und geben mir jede Menge Hintergrundinformationen. Ich hatte z.B. keine Ahnung was ein IPA ist. Jetzt weiß ich: es steht für India Pale Ale, ein obergäriges Bier. Sozusagen DAS Craft Beer, das entstand, als die Engländer ihr Pale Ale an ihre Armeen in Indien versenden wollten und es mit mehr Hopfen und mehr Alkohol für den Seeweg haltbar machten. In Indien sollte es eigentlich mit Wasser verdünnt werden. Das geschah jedoch nicht. Das Bier mit den Hopfenaromen schmeckte einfach zu gut.

Brewing takes place 10 times a month in Hall 48. Each brewing process lasts 6-8 hours. The protein-rich spent grain is collected by a farmer from Stockelsdorf and fed to his dairy cows. It doesn't get more sustainable than that!
The beers, brewed according to the three-person brewing team from Canada, the USA, and Belgium at Sudden Death Brewing Company, are now exported to 25 countries. France and Scandinavia are key export markets, and they also ship to Australia. The hall offers plenty of space and is ideal for private parties and corporate events, with a view of the spotless brewing equipment. SDBC also organizes its own events.

beer tasting
Bei der anschließenden Verkostung mit Blick rüber zur Lübecker Altstadt erfahre ich mehr über die unterschiedlichen Bierstile, das Reinheitsgebot, was ober- und untergäriges Bier genau sind und wie ich die Aromen am besten erschmecken kann. Mir gefällt „Not your Grandma‘s Rote Grütze“ besonders gut. Ein Fruit Sour mit dem Duft von Himbeere, Vanille und Kirsche. Es entstand in Kooperation mit dem in der Lübecker Altstadt ansässigen „Kleinen Waffelhaus“. Dessen vegane Waffeln werden zur Produktion genutzt. Jetzt im Sommer kommt aber auch das Summer Ale „Greetings from Sudden Death“ sehr gut bei mir an. Für das Tasting kannst du Tickets auf der SDBC-Website kaufen. Einen Online-Shop gibt es selbstverständlich ebenfalls.

More Beer – Fluent English
Eric und Olli sind Menschen, die in der Welt herumgekommen sind und sehr gern lachen. Sie haben richtig Spaß daran, sich extrem lange englische Namen für ihre Craft Biere auszudenken. Definitiv erfüllt sie die Liebe zum Spiel mit Worten. Sie können jede Menge Beispiele anführen, was ihre Gäste bisweilen aus den Namen gemacht haben. Üblicherweise heißt es ja, dass mit zunehmendem Alkoholkonsum die Fremdsprachenkenntnisse dramatisch steigen. Doch auch Menschen, die nüchtern ihr erstes Bier bestellen, machen aus einem „Juice Willis“ schon mal einen „Juicy Willy“, aus einem „Tough Guy“-Ale einen „Touch my guy“ oder sie zaubern aus den beiden Sorten “Hit me with a brick” und “I walk with a zombie” ein “Hit me with a zombie”. Probiere dein Englisch doch im Werftquartier bei der Sudden Death Brewing Company beim Bierbestellen am besten selbst mal aus.



