Musikhochschule Lübeck

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von:

Chiara Schmid

Bestimmt hast du es schon einmal gesehen: dieses weiße, imposante Gebäude mit dem goldenen Schriftzug „Musikhochschule Lübeck“, direkt an der Trave, nur wenige Schritte vom Holstentor entfernt. Oder dir ist beim Schlendern durch die Altstadt eines der 22 denkmalgeschützten Kaufmannshäuser aufgefallen, auf die sich die Hochschule verteilt. Hinter diesen historischen Mauern, aus deren Fenstern mal leise, mal laut Musik nach außen dringt, verbirgt sich einer der aktivsten Kulturorte Schleswig-Holsteins.

Was viele nicht wissen: Mehrmals pro Woche kann hier jede:r einfach hineingehen und Studierenden beim Spielen zuhören – ganz ohne Eintritt. Und genau das schauen wir uns heute für die LÜBECK ZWISCHENZEILEN einmal genauer an.

Musik erleben, wo sie entsteht

Als wir durch das Tor in der großen Petersgrube treten, werden wir direkt stürmisch von einem kleinen, braunen Hund begrüßt. „Das ist Didi.“, wird uns erklärt. „Das inoffizielle Maskottchen der Musikhochschule.“ Didi streift durch die Flure, fordert seine täglichen Streicheleinheiten ein und nutzt es gerne aus, dass ihn jeder kennt. Nebenbei sorgt er vor Auftritten für kurze Momente der Entspannung. So auch bei Studentin Arevic, die heute im Rahmen einer Musizierstunde auf der Bühne stehen wird. In diesem offenen Konzert geben Studierende einen musikalischen Einblick in ihre Ausbildung zu Profimusiker:innen – der Grund, warum wir heute hier sind.

Unser Weg führt uns weiter durch die Flure der Hochschule. Hinter offenen Türen wird geübt, Studierende mit Instrumentenkoffern auf dem Rücken und Notenblätter unter dem Arm kommen uns entgegen. Uns fällt auf: Musik ist hier überall. 

Als wir den Kammermusiksaal erreichen, fällt gedämpftes Licht auf historische Wandmalereien, während sich langsam ein buntes Publikum einfindet. Hier kann sich jede:r einfach hinsetzen und Musik dort erleben, wo sie entsteht: mitten im Studienalltag. Und so nehmen Studierende, Musikinteressierte und spontane Besucher:innen in den Reihen Platz. Viele Gäste waren schon öfter hier, ein kleines, aber wachsendes Stammpublikum hat sich etabliert. 

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Mehrmals pro Woche finden hier solche Abende statt, jedes Mal mit einem anderen Instrument im Mittelpunkt. Heute: Violine. Leises Murmeln liegt im Raum, Stühle rücken, Programme werden gefaltet. Dann wird es still.


Aus Liebe zur Musik

Die Lichter dimmen sich, und Marius tritt auf die Bühne, die Violine im Arm. Als der Musikstudent die ersten Töne von Niccoló Paganinis Caprice Nr. 24 anspielt, sind seine Bewegungen präzise und konzentriert. Gleichzeitig wirkt es so mühelos, dass man fast vergisst, wie viel Übung dahintersteckt. 

Wochen- und monatelang arbeitet Marius auf solche Momente hin. Sich dabei nicht im eigenen hohen Anspruch zu verlieren, sei seine größte Herausforderung, verrät er uns. Natürlich möchte er abliefern. Natürlich spürt er den Druck. Aber irgendwo dazwischen liegt das, worum es eigentlich geht.

„Man darf nicht vergessen, warum man das macht“, sagt Marius. „Eigentlich ja aus Liebe zur Musik.“

Auch Dozentin Anna Melkonyan, deren Violine-Klasse heute auftritt, bestärkt ihre Schüler:innen immer wieder im „Mut, Fehler zu machen“. Denn viel mehr als um Perfektion gehe es um Präsenz. Um das echte Hier und Jetzt. „Musik soll bewegen“, sagt sie. „Nicht perfekt sein.“ 

Musizieren in der Musikhochschule Lübeck

Die Musizierstunden sind für Marius, der seit rund 20 Jahren Violine spielt, ein wichtiger Bestandteil seines Studiums. Vor Publikum spiele man anders, sagt er – fokussierter, aber auch nervöser. „Musik spricht aus der Seele, im Dialog mit dem Publikum“, so Anna Melkonyan. Und dazu gehört Mut. Als Marius die letzten Töne spielt, bleibt es für einen Moment ganz still. Dann, als der Applaus einsetzt, flüstert jemand neben uns: „Wahnsinn.“.

Nach und nach betreten weitere Studierende die Bühne. Das Programm reicht von Paganini über Grieg bis hin zu Mozart und Fauré. Im Kammermusiksaal treffen unterschiedliche Werke, Persönlichkeiten und Erfahrungsstände aufeinander. Dabei geht es nicht um Vergleich, sondern um Miteinander: „Wir statt ich“, besagt das Leitbild der Hochschule und genau das zeigt sich hier im Alltag. Dozierende und Studierende begegnen sich auf Augenhöhe in einer Atmosphäre, die sowohl von Student Marius als auch von Dozentin Anna Melkonyan als „familiär“ beschrieben wird. Und diese besondere Stimmung spürt man auch als Zuschauer:in, wenn man einen Abend lang einfach vorbeikommt und Teil davon wird.

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Offene Türen

Die Musizierstunden sind dabei nur ein Teil von vielem, was an der Musikhochschule Lübeck passiert. Auch die Klassenabende bieten regelmäßig Einblicke in die Arbeit der jungen Talente – ähnlich nahbar, der Eintritt kostenfrei.Außerhalb der Ferien können Zuhörer:innen mehrmals die Woche um 17.00 und 20.00 Uhr kostenlos den Auftritten und Prüfungen der Studierenden aus den verschiedensten Stilrichtungen lauschen.

Mit über 400 Veranstaltungen im Jahr gibt es darüber hinaus noch viele weitere Prüfungskonzerte, Sinfonie- und Chorkonzerte, Opernaufführungen oder Studiokonzerte. 

An der Musikhochschule Lübeck findet musikalische Ausbildung nicht hinter verschlossenen Türen statt. Jede:r Musikinteressierte bekommt hier einen nahbaren Einblick in den Studienalltag, der sich gleichzeitig wie ein Konzert anfühlt. Ein Ort, an dem Musik entsteht – offen für alle, die zuhören möchten.

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Besuche jetzt selbst eine Musizierstunde oder erfahre mehr über die weiteren Veranstaltungen Musikhochschule Lübeck:

zu den Veranstaltungen

Tipp

Mit dem Brahms-Festival zeigt die Hochschule jedes Jahr im Mai, wie vielfältig und fachübergreifend musikalische Zusammenarbeit sein kann: Nachwuchsmusiker:innen und Lehrende gemeinsam auf der Bühne, unterschiedlichste Disziplinen im Zusammenspiel. Auch die LÜBECK ZWISCHENTÖNE waren zu Gast im Mai 2026 und über das Brahms Festival berichtet.

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Chiara Schmid

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