An den Türen des Lübecker Rathauses befinden sich zwei Beschläge. Diese flachen Bronzegüsse sind ein herausragendes Beispiel Lübecker Gießerkunst. Die Originale, von denen eines verloren ging und das andere sich im St. Annen-Museum befindet, entstanden zwischen 1332 und 1344 im Umfeld der Werkstatt des Lübecker Gießermeisters Johann Apengeter. Ihr genaues Entstehungsdatum und auch die Urheberschaft sind nicht zweifelsfrei geklärt.
Im Mittelalter war Lübeck die einzige reichsfreie Stadt in Norddeutschland. Die Urkunde über Lübecks herausgehobene Stellung wurde im „Reichsfreiheitsbrief“ von 1226 festgeschrieben. Reichsfrei bedeutete, dass eine Stadt nur dem Kaiser und keinem Landesherren unterstellt war.
Jede Person, die den Eingang durchschritt wurde daran erinnert, dass Lübeck unter dem direkten Schutz der höchsten Reichsgewalt stand. Dieser Staatsgewalt und den sie wählenden Männern wollte der Erschaffer huldigen. Denn sie garantierten Lübecks Reichsfreiheit, die bis zum 1. April 1937 dauerte, als Lübeck aufgrund des sog. Groß-Hamburg-Gesetzes an Preußen fiel.
Die Beschläge zeigen den Kaiser mit den Insignien seiner Macht – Krone, Lilienszepter und Weltkugel – und einer von den vielen Berührungen goldfarbenen Nase. Um ihn herum sind die sieben Kurfürsten gruppiert. Links die Erzbischöfe von Trier, Köln und Mainz. Rechts der König von Böhmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Markgraf von Meißen und der Markgraf von Brandenburg.
Wo?
Domkirchhof, 23552 Lübeck, Deutschland


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