Die schreitende Antilope

Geschrieben am:

Barbara Schwartz, Autorin Lübeck Zwischenzeilen

von:

Barbara Schwartz

Was hat eine schreitende Antilope mit Lübeck zu tun?

Diese Gattung ist doch hier eher selten anzutreffen. Ich bin in schon hunderte Male an dieser schreiten Antilope vorbeigelaufen, -gegangen, seltener vorbeigeschritten, und habe sie gar nicht richtig wahrgenommen. Sie wirkt ein wenig einsam im Schatten und Schutz der Bäume an dieser belebten Kreuzung in Lübeck, Sie scheint selten als Fotomotiv zu dienen, und auch für ein gemeinsames Selfie kaum genutzt zu werden. Auch als Glücksbringer scheint sie nicht zu gelten.


Sie hat es nicht verdient, von uns übersehen zu werden – in all ihrer Grazilität und Anmut. Mit ihren zarten Gliedern. Konzentriert und wachsam wirkt sie. So als nähme sie eine Witterung auf. Sie wendet ihren Blick gen Puppenbrücke und Bahnhof. So als sehne sie jemanden herbei – einen erwünschten Gast? Einen lange vermissten Freund?


Entstanden ist sie schon vor vielen Jahren: 1925 hat der Bildhauer Fritz Behn die Antilope geschaffen. Fritz Behn – der Nachname kommt uns in Lübeck bekannt vor. Fritz wurde zwar nicht in Lübeck geboren, sein Großvater war jedoch Bürgermeister der Stadt, und so verbrachte Fritz einen Teil seiner Kindheit und Jugend im eleganten Haus in der Königstraße, das mit dem Familiennamen eng verbunden ist und heute ein bedeutendes Museum beherbergt: das Behnhaus Drägerhaus
Fritz Behn hat nach seinem Studium in München eine lange Zeit in Afrika verbracht, an Safaris teilgenommen und eine Faszination für die Tierwelt Afrikas entwickelt. Im Laufe der Jahre machte er sich u.a. einen Namen als bedeutender Tierskulpteur.


In Lübeck lässt sich das Werk Behns an verschiedenen Orten im Stadtbild erleben. Darunter auch im Schulgarten an der Wakenitz.

geschrieben von:

Barbara Schwartz, Autorin Lübeck Zwischenzeilen

Barbara Schwartz

Kennst du das auch? Du kommst an einer Inschrift, einer Skulptur oder einer Gedenktafel vorbei und musst einfach stehenbleiben, um herauszufinden, was es damit auf sich hat? So geht es mir. IMMER! „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht.“ Ich kann Goethe an dieser Stelle nur hundertprozentig zustimmen. Genau deshalb möchte ich nie aufhören, das nur scheinbar Unwichtige aufzuspüren, Zusammenhänge zu erkennen, Neues zu erfahren und Menschen und ihren Geschichten auf die Spur zu kommen. Okay und zu lange Sätze zu schreiben .. . Und neue Sprachen zu lernen natürlich ...

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